40 Jahre
- Rainer Harter

- vor 18 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Vorgestern Abend war ich bei lieben Freunden zum Essen eingeladen.
Irgendwann warf ich einem Blick auf meine Armbanduhr und sah das Datum: 14. Februar 2026.
Sofort musste ich an einen anderen 14. Februar denken, an dem urplötzlich und völlig unerwartet die größtmögliche Veränderung in meinem Leben stattgefunden hat - im Jahr 1986.
Die Wochen und Monate vor diesem Datum waren geprägt von inneren und äußeren Ausnahmezuständen. Innerlich war ich durch meinen damaligen Drogenkonsum so wund geworden, dass ich kaum noch eine Zukunft sah. Mein Leben glich damals Tag für Tag mehr einem Überlebenskampf als einem lebenswerten Dasein.
Äusserlich lief alles auf den 14. Februar zu, an dessen Abend mit meiner Band ein Konzert in einem besetzten Lagergebäude in Freiburg stattfinden sollte.

Ich hatte mich im Blick auf dieses Datum innerlich dazu entschieden: je nach Verlauf des Konzerts sollte mein Leben verlaufen. Mein Ziel war Erfolg und ein dadurch möglich werdender, noch extremerer Lebensstil - im Bewusstsein eines frühen Todes.
Alles kam ganz anders.
Ein Mädchen sprach mich in unserem Club an, zu dem das Gebäude umfunktioniert worden war. Der Club war damals mein Zuhause, ein Ort an dem die verrücktesten Dinge stattfanden, die man sich nur denken kann. Und dort sprach sie mich kurz vor unserem Auftritt an und erzählte mir von Jesus Christus.
Ich hatte keine Ahnung wovon sie im Einzelnen sprach.
Mein Leben aber stand so sehr auf Messers Schneide, dass ich mich auf ihre Worte einließ und anschließend außerhalb des Gebäudes Jesus mein Leben anvertraute. Ich hatte kein Schuldbewusstsein und keinen Glauben dabei. Meine Einstellung war: „wenn es nichts nützt, schaden wird es auch nicht“.
Ich kannte die Realität Gottes überhaupt nicht und war überrascht, als ich während des Gebets eine enorme, reinigende und befreiende Kraft wahrnahm und spürte, dass ich etwas in mir verändert hatte.
Von diesem Tag an wurde alles anders. Tatsächlich wurde der 14. Februar zu einem Wendepunkt in meinem Leben. Völlig anders, als ich es mir vorgestellt hatte - und viel besser: Chaos ordnete sich, Betäubung wich der Erfahrung von Gottes Gegenwart und Lebensfreude zog ein.
Ich bin unendlich dankbar dafür, dass Gott mein vor einer Klippe stehendes Leben gesehen und eingegriffen hat. Und ich bin dankbar für den Mut des Mädchens, die mich zu ihm führte.
Vielleicht hat deine Geschichte mit Gott keinen so „lauten“ Beginn. Dennoch kannst du mindestens so dankbar sein wie ich: für deine Rettung und dafür, dass dir vieles von dem erspart geblieben ist, was ich durchlebte.
Ich wünschte, ich hätte all die negativen Erfahrungen der Jahre vor dem 14.02.86 nicht machen müssen. Sie führten mich in einen destruktiven Lebensstil, mit dem ich anderen Menschen und mir selbst großes Leid zufügte.
Ich weiß nicht, ob ich so tief fallen musste – aber ich habe erlebt, dass selbst dieser Abgrund für Gott nicht zu tief war.
Rainer



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