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Die Hoffnung des Himmels

  • Autorenbild: Rainer Harter
    Rainer Harter
  • vor 2 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Noch bis vor einer Woche saß ich in Israel fest, wo ich mitten in der Altstadt Jerusalems wohnte.


Im Laufe der Tage und Nächte, die ich während des Krieges dort war, schrillte immer wieder der Raketenalarm, warnte vor Beschuss aus dem Iran und rief dazu auf, innerhalb von 90 Sekunden den nächsten Schutzraum aufzusuchen.





In solchen Momenten wird einem die Zerbrechlichkeit des Lebens besonders bewusst und man erkennt, dass unsere Tage hier auf der Erde nicht selbstverständlich, sondern ein Geschenk sind.


Wie ich auf Social Media während dieser Zeit beschrieben habe, denkt man in einer solchen Situation l nach. Man stellt sich Fragen nach der Zukunft – und auch nach dem eigenen Ende. Was geschieht, wenn mein Leben endet? Ist der Gedanke an meinen Tod bedrohlich? Erfüllt er mich mit Angst? Oder ist da auch eine leise Vorfreude?


Als ich mir Gedanken dieser Art machte, habe ich zu meiner Freude in meinem Inneren Frieden entdeckt. Wenn die Fensterscheiben vibrierten und der Donner der Einschläge grollte, fand ich in mir die Tragfähigkeit meines Glaubens - nicht ängstlich, sondern gelassen. Als Christ verspüre ich eine tiefe Ruhe beim Gedanken an meine Endlichkeit. Dieser Frieden gründet darin, dass ich den Worten der Bibel vertraue. Und deshalb gehe ich davon aus, einmal durch Gottes Gnade an dem Ort zu sein, den sie den Himmel nennt. Diese Perspektive macht mein Leben entspannter, denn mit ihr werden so manche persönlichen Herausforderungen in ein realistischeres Licht gerückt.


Von Anfang an gehört diese Perspektive zum christlichen Glauben. Mehr noch: Sie ist ein wesentlicher Teil seiner Hoffnung - auch wenn wir uns heute wenig damit beschäftigen.


Paulus schreibt:

„Wir dagegen haben unser Heimat im Himmel.“ Phil 3,20 HfA

Das bedeutet: Der Himmel ist nicht nur ein fernes religiöses Bild. Er ist die eigentliche Heimat derer, die zu Christus gehören. Christen leben hier auf der Erde – aber unser eigentliches Zuhause ist bei Gott. Hier sind wir auf einer Reise - manchmal über Stock und Stein. Dort liegt unser Ziel, unser Zuhause, der Ort des vollkommenen Friedens.


Wie ich in meinem neuen Buch "Vater.Unser" beschrieben habe, ist der Himmel nicht einfach ein Ort irgendwo jenseits der Sterne. Wenn vom Himmel die Rede ist, denken viele an Wolken, Harfen oder an eine seltsam körperlose Existenz. Die Bibel zeichnet jedoch ein anderes Bild. Sie spricht von einer neuen Schöpfung.

Er bleibt für uns zwar schwer vorstellbar, doch ist eines klar: Dort erwartet uns die endgültige Gemeinschaft mit Gott. Der Kern unseres Glaubens ist nicht nur Vergebung der Schuld – so kostbar sie ist. Vergebung hat ein Ziel, eine Wirkung, ein Ergebnis: Sie ermöglicht uns, einmal ganz bei Gott zu sein.


Der Himmel bedeutet also vor allem eines: Gottes Gegenwart ohne jede Trennung – und ein Leben ohne Leid. Darum beschreibt die Bibel den Himmel nicht nur mit Bildern von Schönheit, sondern auch mit Bildern tiefen Trostes:


„Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein.“ Off 21,4

Der Himmel ist die Welt ohne Angst.


Die ersten Christen lebten sehr bewusst mit der Erwartung des Himmels und gerade deshalb waren sie erstaunlich mutige Menschen. Sie hielten an ihrem Glauben fest, auch unter Druck, Verfolgung und Unsicherheit. Sie waren tief im Wissen darum verwurzelt, dass der leibliche Tod nicht das Ende bedeutet, sondern ihr - und unser - Leben sein Ziel und seine Erfüllung in der Nähe Gottes finden wird.


Vielleicht sollten wir Christen wieder öfter über den Himmel sprechen. Nicht als billige Vertröstung, sondern als das, was er im Evangelium wirklich ist: die große Hoffnung unseres Glaubens. Manchmal überrascht es mich, wie sehr wir an diesem Leben hängen und wie der Gedanke an den Himmel einem Hintergrundgeräusch gleicht, anstatt als Melodie der Schönheit wahrgenommen zu werden, die auf uns wartet.



Unsere Heimat ist der Himmel.

Und dort wartet nicht nur ein Ort – sondern Gott selbst.


Ich wünsche dir eine gesegnete Woche in der Nähe Gottes.

Rainer

 
 
 

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