Plötzlich Weihnachten
- Rainer Harter

- 22. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Jedes Jahr überrascht mich die Geschwindigkeit, mit der die letzten drei Monate des Jahres vergehen.
Gefühlt saß ich eben noch draußen in der Herbstsonne – und nun ist plötzlich sogar der vierte Advent schon vorbei und Heiligabend steht vor der Tür.
Ich mag manches an Weihnachten, aber einiges auch nicht.
Ich liebe die Zeit mit meiner immer größer werdenden Familie, das Gewusel der Enkel, die Gemeinschaft beim Singen, Beten und Essen, das Lachen und die Freude beim gemeinsamen Auspacken der Geschenke.
Was ich nicht mag, ist, auf Weihnachten hin in eine überhöhte Erwartung und Stimmung hineingetrimmt zu werden, die Menschen unter einen eigenartigen Druck setzt.
Als junger Mann engagierte ich mich als Sanitäter. Ich erinnere mich gut daran, wie sich im Advent die emotional hochaufgeladene Erwartung von Gemütlichkeit und Harmonie am Höhepunkt – dem Weihnachtsabend – oft genug als Illusion erwiesen hat. In vielen Familien kracht es ausgerechnet an dem Abend, an dem es eigentlich um Frieden geht: um den Frieden, den Gott uns in Jesus schenken möchte. Der Druck, dass jetzt alles schön, friedlich und besonders sein muss, überfordert nicht wenige. An Weihnachten haben Sanitäter und Notärzte besonders unangenehme Einsätze.
Wenn Weihnachten nur schön und besinnlich sein soll, hat es seine Mitte verloren. Kein Wunder, wenn dann selbst der sorgfältig geplante Abend implodiert oder nach dem Auspacken der Geschenke eine unangenehme Leere zurückbleibt. Wird das eigentliche Geschenk der Weihnacht nicht angenommen, bleibt am Ende nur ein Haufen Verpackungspapier. Im besten Fall hatten wir einen netten Abend, doch innerlich haken wir Weihnachten schon wieder ab und denken bereits an den kommenden Jahreswechsel.
Ich hoffe, dass es bei dir anders sein wird.
Von Herzen wünsche ich dir ein Weihnachtsfest, das seinem Namen gerecht wird: einen Tag der dankbaren Hingabe an Gott, der seinen Sohn zu uns gesandt hat, weil er uns liebt. Ein feierliches Geschehen im Kreis von Familie oder Freunden, bei dem Jesus in der Mitte ist. Und ein Fest des Lebens, das Gott dir geschenkt hat – und das du genießen darfst.
Denn vergiss nicht: Neben Jesus, dem größten Geschenk, das wir zu Weihnachten empfangen haben, gibt es noch ein kleineres, aber ebenso kostbares und einmaliges: dich.
Du bist Gottes Geschenk an dich selbst.
Nimm dieses Geschenk an Weihnachten ganz bewusst und dankbar an – im Wissen darum, dass Gott sich viel dabei gedacht hat, genau dir genau dich zu schenken. Du bist ein Geschenk - auch für uns andere.
Fröhliche Weihnachten
Rainer


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